Entscheidungen, Geduld und der Mut, das eigene Leben bewusst zu gestalten - 5/55Thoughts
Entscheidungen, Geduld und der Mut, das eigene Leben bewusst zu gestalten
Neuanfang und der erste Neumond 2026
Für mich hat das Jahr irgendwie nicht mit Silvester begonnen. Vielmehr trägt der heutige Neumond die Energie des Neustarts in sich.
Vielleicht liegt es daran, dass er im Zeichen des Steinbocks steht – einem Zeichen, das Verantwortung, Geduld und langfristige Ziele in den Vordergrund rückt. All das, was die Neujahrsvorsätze vieler Menschen ausmacht – und sei es nur, um sie kurze Zeit später wieder zu relativieren oder sogar ganz zu verwerfen.
Für mich geht es zu diesem Neumond jedoch nicht um gängige Vorsätze wie bessere Ernährung oder mehr Sport. Vielmehr möchte ich diesen Neumond als Erinnerungsanker setzen, um 2026 noch bewusster auf meine innere Stimme und meinen Körper zu hören und beruflich wie privat meinen eigenen Lebensrhythmus zu leben.
Was mich in den letzten Tagen besonders beschäftigt hat, sind Alltagsstruktur und Entscheidungen: Entscheidungen treffen, bei ihnen bleiben, Prioritäten setzen. Nicht unbedingt, um produktiver zu sein, sondern um mehr Raum für das zu haben, was mich glücklich und zufrieden macht.
In meiner Erinnerung war all das früher leichter. Ich habe Entscheidungen schneller getroffen und bin einfach losgezogen. Heute ist es anders. Vielleicht liegt es am Älterwerden, vielleicht daran, dass es mit Kindern lange Zeit nicht ganz so einfach war, einfach zu tun, was man will. Und ja, es hat sich ein leises Stimmchen dazugesellt, das sagt: Entscheidungen wollen sorgfältiger getroffen werden – auch mit dem Ziel, schmerzhafte Erfahrungen zu minimieren.
Auch das frühere Gefühl von „Ich habe ewig Zeit“ hat sich in ein stilles Bewusstsein von Sterblichkeit verwandelt.
Nicht als Gedanke an ein baldiges Sterben, sondern als ein zunehmend präsentes Gefühl: Mein Dasein hier auf der Erde ist endlich – und gerade deshalb kostbar.
Gleichzeitig habe ich mir aber auch vor Augen geführt, wie viel Leben noch vor mir liegen kann.
Wenn ich auf all das zurückblicke, was seit meinem 20. Lebensjahr geschehen ist, sich verändert hat und entstanden ist – und mir dann vorstelle, von heute an noch einmal 35 Jahre zu leben, dann liegt wirklich ein ganz neues Leben vor mir, in dem ich im Grunde ganz anders leben und mich neu erfinden kann. Definitiv anders, ja, aber bestimmt nicht weniger intensiv.
Im Gegenteil: Ich habe das Gefühl, mein Erleben wird immer intensiver. Pausen bekommen einen anderen Stellenwert. Entscheidungen scheinen mehr Klarheit einzufordern, weil sie nicht mehr aus der Fülle der Zeit getroffen werden, sondern aus ihrer bewussten Begrenzung heraus. Dadurch verändert sich auch mein Blick auf die Zeit im Allgemeinen.
Für diesen Neumond habe ich beschlossen, das Jahr 2026 mit einem Ritual zu würdigen, denn die Entscheidungen, die für mich wichtig sind, möchte ich gerne tiefer verankern. Nicht als starre Pläne, sondern als präsenten inneren roten Faden.
Auch wenn ich mich in der Zukunft immer wieder einmal ablenken lasse, scheinbare Umwege gehe oder Pläne sich verändern, möchte ich diesen roten Faden klar in mir spüren. Weniger getrieben von äußerem Druck oder spontanem Lustfaktor, sondern mehr verbunden mit dem, was sich für mich jetzt wesentlich anfühlt.
Vielleicht ist dieser Abend ja auch ein guter Moment für dich, um den eigenen roten Faden für 2026 noch einmal innerlich klarer werden zu lassen.









